Vorstellung Ralf Pomberg

Landespolitik

Vorstellung Ralf Pomberg

Liebe Ennigerloher*innen,

am 15. Mai 2022 werden Sie erneut an die Wahlurne gebeten. Es gilt die Mitglieder des 18. Landtages des Landes NRW zu wählen. Bei den Landtagswahlen ist unser Landkreis Warendorf in zwei Wahlkreise aufgeteilt. Die Stadt Ennigerloh bildet gemeinsam mit den Gemeinden und Städten Beelen, Oelde, Ostbevern, Sassenberg, Telgte und Warendorf den Wahlkreis 86 (Warendorf I). Für die SPD stellt sich Ihnen der 48-jährige Beelener Ralf Pomberg zur Wahl. Wir haben mit Ralf über seine und über Ennigerloher Themen gesprochen:

SPD Ennigerloh: Ralf, wo kommst du her und wo willst du hin?

Ralf: Ich bin 1973 in Beelen geboren und wohne dort mit meiner Frau Monika und unserer Labrador-Dame Feenja noch immer in meinem Geburtsort. In meinem bisherigen Berufsleben bin ich fest im Handwerk verwurzelt. Nach der Hauptschule habe ich Zentralheizungs- und Lüftungsbauer in Beelen gelernt und bin 1996 zur Wasserversorgung Beckum GmbH gewechselt. Hier arbeite ich noch immer als Meister im Bereich Trinkwasserhausanschlüsse und ländliche Erschließungen. Neben dem Beruf bin ich aktives Mitglied des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), engagiere mich als Schöffe oder bin in die Planungen der Beelener Weihnachtsmärkte eingebunden. Meine politischen Wurzeln liegen seit 1992 in der SPD. Ihre Inhalte und Werte haben mich überzeugt. Durch die ehrenamtliche Tätigkeit im DRK ist mir der soziale Aspekt in der Politik wichtig. Auch die Verbindungen zur Arbeitnehmerschaft und den Gewerkschaften spiegeln meine Einstellung wider. Ich möchte nach Düsseldorf in den Landtag, um Ennigerloh und dem Kreis Warendorf dort eine Stimme zu geben.

SPD Ennigerloh: Du sagst, du bist im Handwerk verwurzelt und man merkt, dass du für das Handwerk brennst. Liegen hier auch politische Ziele von dir?

Ralf: Ein ganz klares Ja. Ich möchte mich für die Stärkung des Handwerks einsetzen, denn in den vergangenen Jahren hat das Ansehen des Handwerks an Wert verloren. Und dabei benötigt wirklich jeder Mensch im Laufe seines Lebens die Dienstleistung von Handwerker*innen. Ich bin überzeugt davon, dass Handwerks- und Ausbildungsberufe mehr Wertschätzung verdienen. Wir, und damit meine ich vor allem die Politik, müssen herausstellen, dass das Einkommen in handwerklichen Berufen dem eines Studienberufes in nichts nachstehen muss. Ich möchte das Handwerk für Schulabgänger*innen attraktiv machen, z.B. durch die Stärkung dualer Studiengänge und durch Auszubildenden-Tickets für den öffentlichen Nahverkehr. Aber auch die Unternehmer*innen benötigen unsere Aufmerksamkeit. Hier braucht es meiner Wahrnehmung nach Unterstützung beim Nachfolgemanagement.

SPD-Ennigerloh: Was sind darüber hinaus Themen, die du im Landtag gestalten möchtest?

Ralf: Lebensqualität hier vor Ort ist ein wichtiger Punkt. Nur mit guten öffentlichen Einrichtungen und optimaler Verkehrsanbindung bleibt unsere ländliche Region attraktiv für die kommenden Generationen.

Im Hinblick auf den Klimaschutz müssen wir heute über neue Formen der Mobilität nachdenken. Veränderte Angebote im Bereich der Mobilität führen auch zu einer Veränderung in der Nutzung. Gerade im nördlichen Kreis Warendorf ist es wichtig, den öffentlichen Personennahverkehr, also Bus- und Bahnanbindungen, auszubauen und neue Mobilität zu schaffen. Es gibt eine Bahnstrecke, deren anliegende Orte vergleichsweise gut an die Oberzentren Münster und Bielefeld angebunden sind. Die Taktung ist allerdings suboptimal, der Betreiber der Bahnstrecke ist nicht besonders zuverlässig, und insgesamt geht da mehr. Auch die Anbindung der Orte, die nicht an der Bahn liegen, muss verbessert werden. Es fehlen hier Querverbindungen.

Jede*r in unserer Gesellschaft hat einen berechtigten Anspruch auf die gleichen Bildungsvoraussetzungen. Jede*r soll alles werden können. Die gleichen Startbedingungen schon im Kindergarten und in der Schule schaffen Gerechtigkeit, die sich durch das ganze Leben ziehen soll. Viel zu häufig entscheidet die Postleitzahl und/oder der finanzielle Hintergrund des Elternhauses darüber, welchen Weg ein Kind geht. Das geht besser, das darf so nicht sein. Ich will mich stark dafür machen, dass jedem Kind alle Möglichkeiten offenstehen. Außerdem dürfen Ausbildungen im Vergleich zum Studium nicht weniger Wertschätzung erfahren.

Dies sind jetzt mal die größeren Themenbereiche, für die ich mich einbringen möchte. Letztlich möchte ich aber euch, eure Sorgen, Wünsche und Ideen im Landtag vertreten. Für diese bin ich immer ansprechbar und bereit mich stark zu machen, auch wenn es schwierig wird.

SPD Ennigerloh: Kannst du uns etwas zum Kommunalpolitiker Ralf Pomberg erzählen und was dich hiervon auch im Landtag begleiten wird?

Ralf: Seit 2004 bin ich Beelener Kommunalpolitiker. Eingestiegen bin ich als Sachkundiger Bürger und mittlerweile bin ich Fraktionsvorsitzender und Vorsitzender des Schulausschusses. Schwerpunkte meiner kommunalpolitischen Arbeit sind die Begleitung der kommunalen Bauprojekte sowie der Bildungsbereich. Neben den alltäglichen Erfahrungen in der Kommunalpolitik wird mich die Kenntnis über die Herausforderungen der Kommunen und vor allem kleinerer Kommunen bei meiner Arbeit begleiten.

SPD Ennigerloh: Ganz aktuell beschäftigen die stark gestiegenen Energiekosten viele Bürger*innen. Was ist dein Ansatz, um Entlastung herbeizuführen?

Ralf: Meiner Meinung nach steht zunächst der soziale Aspekt im Vordergrund. Wir müssen gerade Menschen mit geringen und mittleren Einkommen mit einem Energiekostenzuschuss entlasten. Der folgt nun kurzfristig. Ein entsprechender Beschluss ist gefasst. Diese Menschen dürfen nicht in eine finanzielle Notlage kommen, nur um die Wohnung zu heizen. Mittel- und langfristig müssen wir in NRW dringend am Ausbau der regenerativen Energien arbeiten. Besonders der Ausbau von Windkraft- und Photovoltaikanlagen steht im Vordergrund. Zusätzlich möchte ich Unternehmen ermutigen, ihre Produktion auf umweltfreundliche Energien umzustellen. Gerade der Krieg in der Ukraine hat uns gezeigt, dass wir insgesamt unabhängiger bei der Energieversorgung werden müssen. Warum also nicht beides verbinden?

SPD Ennigerloh: Genau wie Beelen ist Ennigerloh eine ländlich geprägte Kommune. Viele ländliche Kommunen haben Lücken in der Daseinsvorsorge, z. B. geringe Angebote der Gesundheitsvorsorge. Ein anderes Beispiel ist, dass in Ennigerloh kein*e Notar*in ansässig ist. Auch Geldinstitute schließen ihre Filialen in den Ortsteilen. Hast du hierfür Lösungsansätze, welche du mit nach Düsseldorf nehmen möchtest?

Ralf: In der Tat kommt es immer häufiger vor, dass in Orten bislang liebgewonnene und auch notwendige Dienstleistungen nicht mehr zu bekommen sind. Dadurch lässt die Lebensqualität nach. Hier sind meiner Meinung nach verschiedene Beteiligte gefragt. Zum einen die Politik, um das Leben auf dem Land weiterhin attraktiv zu gestalten, zum anderen aber auch die Bürger*innen selbst. Sicher kann man eine*n fehlende*n Ärzt*in oder Notar*in nicht durch den Einsatz des Ehrenamtes ersetzen. In vielen anderen Bereichen sind allerdings gerade die Bürger*innen sehr erfindungsreich. Den finanziellen Rahmen muss dabei die Politik bieten. Ein gelungenes Beispiel ist die Einrichtung einer Bürgerbuslinie in vielen Gemeinden und Städten.

SPD Ennigerloh: Als aktives Mitglied des DRK bist du sicherlich mit den Strukturen des Katastrophenschutzes vertraut. Im Zuge der Überschwemmungskatastrophe im Ahrtal sind vor allem bei der Warnung der Bevölkerung Schwachstellen aufgetreten. Welche Rolle muss hier die zukünftige Landesregierung und das Landesparlament übernehmen?

Ralf: Vielleicht hatten wir eine lange Zeit das Glück, von Katastrophen weitestgehend verschont zu bleiben. Gerade aber in den letzten Jahren nehmen diese Naturereignisse zu. Deshalb müssen wir lernen, damit umzugehen. Zunächst einmal müssen Sirenen und Warnungen über Rundfunk, Fernsehen und Warn-Apps funktionieren und auch regelmäßig geprobt werden. Warnungen wirken nur dann, wenn die Bevölkerung ausreichend informiert und sensibilisiert ist. Die frühzeitige Einrichtung eines Landeskrisenstabes, der Maßnahmen koordiniert, sollte selbstverständlich sein. Ebenso ist es wichtig, die in den Katastrophenschutz eingebundenen Hilfsorganisationen, wie DRK, Malteser, ASB, Johanniter etc. mit entsprechendem Material auszustatten. Auch hier sind wieder viele ehrenamtliche Helfer*innen im Einsatz. Wir müssen alles dafür tun, dass diese Personen freigestellt, finanziell unterstützt und auch psychisch – falls nötig – aufgefangen werden.

SPD Ennigerloh: Die Stadt Ennigerloh sieht sich bezüglich der Unterhaltung ihrer Wirtschaftswege mit hohen finanziellen Herausforderungen konfrontiert. Ein Problem, welches vielen Kommunen des ländlichen Raums zu schaffen macht. Kann/sollte das Land hier unterstützen?

Ralf: Bislang war es so, dass Bürger*innen innerorts Straßenausbaubeiträge zu zahlen hatten. Im Außenbereich diese Beiträge jedoch nicht angefallen sind. Nun sollen auch die innerörtlichen Beiträge abgeschafft werden. Für den Außenbereich werden sogenannte Wirtschaftswegekonzepte finanziell gefördert. Häufig ist es jedoch so, dass Städte und Gemeinden diese – zugegebenermaßen unpopuläre – Maßnahme nicht umsetzen möchten. Zudem ist auch die Rechtssicherheit solcher Konzepte zumindest umstritten. Eine abschließende Meinung zu diesem Thema habe ich noch nicht. Allerdings muss es eine gerechte und soziale Lösung sein.

SPD Ennigerloh: Wenn wir über Klimaschutz sprechen, dann reden wir auch schnell über Landwirtschaft. Natürlich verursacht die Landwirtschaft, genau wie andere Wirtschaftsbereiche auch, Treibhausgase. Die Landwirtschaft muss aber auch als Teil der Lösung betrachtet werden. Viele Themen der Agrarpolitik werden auf Ebene der EU beschlossen und konfrontieren die heimische Landwirtschaft oftmals mit großen Herausforderungen. Als sozialdemokratische Partei sollten wir hier unterstützend zur Seite stehen und die Agrarwende u.a. sozial gestalten. Wie können wir unseren Landwirt*innen und deren Familien am besten begleiten?

Ralf: Die Landwirtschaft hat unseren ländlichen Raum seit jeher stark geprägt. Im Moment wandelt sich die lange Zeit geltende „Geiz ist geil“-Mentalität. Die Verbraucher*innen legen Wert auf Klasse statt auf Masse und sind bereit, für regionale landwirtschaftliche Produkte tiefer in die Tasche zu greifen. Die SPD möchte kürzere, regionale Wertschöpfungsketten neu aufbauen und miteinander vernetzen. Wir setzen uns für dezentrale, vielfältige Verarbeitungs- und Vertriebsstrukturen in den Regionen ein. Auch wir alle, als Verbraucher*innen, sind gefragt, die von unserer heimischen Landwirtschaft produzierten Lebensmittel wieder wertzuschätzen. Ein landwirtschaftlicher Betrieb muss von seiner Arbeit leben können.

SPD Ennigerloh: Welches Handwerkszeug bringst du für die Arbeit als Landtagsabgeordneter mit?

Ralf: Ehrliches Interesse an den Belangen der Bürger*innen sowie Offenheit gegenüber allen Menschen und Meinungen, solange diese mit der demokratischen und freiheitlichen Ordnung vereinbar sind. Ich scheue mich weder vor Arbeit noch davor Entscheidungen zu treffen.

 
 
 

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