Politik trifft Praxis: Abgeordnete besuchen Tagespflege des St. Josefs-Hauses

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„Altenpflege verdient mehr Wertschätzung“

Der demografische Wandel stellt Politik und Gesellschaft vor riesige Herausforderungen. In der Albersloher Tagespflege des St. Josefs-Hauses informierten sich MdB Bernhard Daldrup, MdL Annette Watermann-Krass und Ratsfrau Christiane Seitz-Dahlkamp über bedarfsgerechte Angebote für pflege- und unterstützungsbedürftige Menschen und wie dem Mangel an Pflegekräften begegnet werden kann.

„Die Tagespflege wird sehr gut angenommen. Niedrigschwellige Angebote ermöglichen einen längeren Verbleib im häuslichen Umfeld, fördern soziale Kontakte und unterstützen für pflegende Angehörige die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf“, skizzierte Hausleitung Annette Schwaack die hohe Akzeptanz der noch jungen Tagespflege. Gäste kämen sogar aus Münster und Ascheberg. Leitung Stephanie Umlauf erläuterte die Abläufe. Mit täglich wechselnden Gästen müsse das Programm immer wieder individuell auf die Interessen und Bedürfnisse der Gäste abgestimmt werden.

Das Pflegestärkungsgesetz hat die zeitgleiche Inanspruchnahme mehrerer Unterstützungsangebote ermöglicht. „Dadurch wurden sehr schnell sehr viele Pflegende gebraucht“, erklärte Detlef Roggenkemper, Koordinator des Pflege- und Betreuungsnetzes Sendenhorst. Das Pflegenetzwerk bildet selbst Altenpfleger aus. „Wir würden aber gerne noch mehr einstellen.“ Die generalistische Pflegeausbildung berge das Risiko, das Pflegekräfte in den Krankenhausbereich abwandern, weil er ein besseres Image habe.

„Die tolle Arbeit in der Altenpflege verdient mehr Wertschätzung“, bekräftigte Geschäftsführer Werner Strotmeier. Der angeblich schlechten Bezahlung im Pflegeberuf setzte er entgegen, dass der Verdienst nicht schlechter sei als beispielsweise bei einem Physiotherapeuten, einer medizinischen Fachangestellten oder einem Automechaniker. Mit Nachtdienstzuschlägen und der Vergütung zusätzlicher Qualifikationen sei in der Pflege sogar ein höherer Verdienst möglich. „Unser Ziel ist es, gute Arbeitsbedingungen zu schaffen, zum Beispiel durch verlässliche Dienstpläne für planbare Freizeit.“

Insgesamt konstatierte die Runde, dass Qualitätssicherung nicht unerheblich zu mehr Bürokratie und komplizierter Administration beigetragen habe. Als Aufgabe der staatlichen Daseinsvorsorge sagte Daldrup: „Die Gesundheit darf man nicht dem freien Markt überlassen.“

 

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